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Der Plan zur Gründung von A.B.I.S. und ihres Förderkreises in Europa und Übersee ist während einer Expedition von Azawakh-Freunden aus Deutschland, Österreich und Amerika entstanden, die im März und April 1992 in Burkina Faso, Niger und Mali auf den Spuren der bereits totgesagten Windhunde unterwegs war. Die Vereinigung wurde 1993 durch Dekret des Ministre de l'Administration Territoriale als gemeinnützige Organisation anerkannt. Satzungszweck sind der Schutz und die Förderung der reinrassigen Nomadenwindhunde - de préserver et de promouvoir l'espèce des lévriers pur sang Idi. Dem Vorstand von A.B.I.S. gehören u.a. der Chef des Heeressanitätswesens und der Direktor der Veterinärakademie der Republik Burkina Faso an.
Die Aktivitäten der Vereinigung werden im wesentlichen von dem 1992 ins Leben gerufenen Förderkreis in Europa und Übersee getragen und durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Der Förderkreis ist ein juristisch formloser Zusammenschluss und wird von ehrenamtlichen Délègués der A.B.I.S. in den jeweiligen Ländern koordiniert. A.B.I.S. ist Mitglied der Deutsch-Burkinischen Freundschaftsgesellschaft (DBFG); der Freundeskreis hat in Burkina Faso den Status einer Non-Government-Organization (NGO) im Rahmen der partnerschaftlichen Entwicklungshilfe.

Die Vereinigung hatte zunächst vor allem das Ziel, durch Feldforschung Erkenntnisse über den gegenwärtigen Azawakhbestand in den Ursprungsländern Mali, Burkina Faso und Niger zu sammeln. Berichte über den zahlenmäßigen Umfang, das Erscheinungsbild, regionale und ethnische Verteilung, Lebensbedingungen, Verhaltens- merkmale, Gebrauchswert und "gesellschaftliche" Position der Hunde sowie die Voraussetzungen für ihr weiteres Überleben sind mittlerweile in zahlreichen A.B.I.S.-Rundbriefen, in- und ausländischen Zeitschriften und eigenen Publikationen erschienen. Hinzu kommt die Dokumentation durch umfangreiches Bildmaterial und mehrere Videofilme. Grundlage hierfür waren bislang zehn Expeditionen in die Ursprungsgebiete. Ab 1996 wurden dabei durch teilweise nicht ganz risikofreie Erstbereisungen auch jene Regionen erkundet, die als Kriegsschauplätze des Tuaregaufstands jahrelang für Fremde unzugänglich waren. Inzwischen hat A.B.I.S. die meisten Azawakhgebiete im Sahel nach den Dürrekatastrophen der 70er und 80er Jahre und dem Bürgerkrieg neu "kartiert" und das Ergebnis zeigt, dass es in den Herkunftsländern der Rasse nach wie vor eine unvermischte, lebensstarke Windhundpopulation gibt, deren Zukunft jedoch, ebenso wie die überkommene Lebensweise der Besitzer, zunehmend bedroht ist. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt bei dem Bemühen, den durch Engzucht mit den Abkömmlingen der wenigen Erstimporte genetisch gefährdeten Azawakhbestand außerhalb Afrikas durch die Erweiterung des Erbguts lebensfähig zu erhalten. Jede A.B.I.S.-Expedition hat in der Regel mehrere Azawakhwelpen nach Europa eingeführt, die mit ihren Nachkommen nun zunehmend in den Ahnentafeln auftauchen und einen wichtigen Beitrag zur Bereicherung des Genpools leisten. Die Arbeit im Sahel findet im wesentlichen auf zwei miteinander verbundenen Ebenen statt: Zum einen versucht A.B.I.S. nicht ohne Erfolg, der einheimischen Bevölkerung über die Jahre den Azawakh als eigenes, schützenswertes Traditionsgut begreifbar zu machen. Zu den Ergebnissen gehört zum Beispiel, dass das Windhundmotiv wieder in die traditionelle Bronze- und Batikkunst Eingang gefunden hat und Schmuckhalsbänder nach altem Muster hergestellt werden. Bewirkt haben diesen Bewusstseinsfortschritt vor allem die regelmäßigen Besuche in der Region, persönliche Kontakte zu Stammesführern, Würdenträgern und Beamten, Zuwendungen an notleidende Familien für den Unterhalt ihrer Hunde oder die Ernährung eines Wurfs, Informationsblätter in Französisch und Tamaschek und die optische Präsenz von A.B.I.S. auf Gastgeschenken wie T-Shirts oder den Wandkalendern für Verwaltungsposten und Schulzimmer.
Von entscheidender Bedeutung war die Verpflichtung eines regionalen Vertreters von A.B.I.S. im Grenzdreieck von Burkina Faso, Mali und Niger. Sie hat es ermöglicht, auch während des gesamten Jahres auf das Ansehen, die Haltung und die Nachzucht von Azawakhs einen gewissen Einfluss zu nehmen. Eine zentrale Anstrengung ist dabei die vor drei Jahren versuchsweise begonnene Tollwutschutzimpfung der Azawakhs, die nun seit Anfang 1999 alljährlich für 500 Exemplare im Departement Tin Akoff mit den von A.B.I.S. eingeworbenen Impfstoffen durchgeführt wird. Ein Weiterleben der reinblütigen Azawakhs im Sahel ist auf das engste mit den Existenzmöglichkeiten der viehzüchtenden Nomaden verbunden. Mensch und Hund bilden eine Überlebensgemeinschaft im wahrsten Sinne des Worts. Beide sind auf die gleichen knappen Nahrungsressourcen angewiesen und ohne die Wächterfunktion der Hunde für Herden, Hirten und Zelte gäbe es für die Bevölkerung kaum Grund, Hirse und Milch mit ihnen zu teilen und für ihren Fortbestand zu sorgen. A.B.I.S. unterhält deshalb in der Region Tin Akoff, und dies ist die zweite, wichtige Ebene ihrer Tätigkeit, unter anderem folgende Projekte als Beitrag zur Stabilisierung und Reform der wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen der Nomaden: Unterstützung der Mittelpunktschule durch Lern- und Lehrmittel und die Finanzierung der Schülerspeisung; sie ermöglicht Kindern aus Nomadencamps die Unterbringung am Schulort. Ertragsförderung der Oasengärten auch während der Trockenzeit durch eine mobile Motorpumpanlage am Beli-Fluss. Bau und Anschubfinanzierung eines Hirsemagazins, das in den jährlich wiederkehrenden Perioden überhöhter Getreidepreise und geringer Verkaufserlöse auf dem Viehmarkt erschwingliche Grundnahrungsmittel anbietet. Einrichtung eines betreuten "Campements" im Hofgeviert des Magazins als Ausgangspunkt für einen naturnahen Tourismus in der Region; er soll künftige Besucher auch mit den Azawakhs bekannt machen. Medizinische Hilfe durch Notfallbehandlungen im Verlauf der jährlichen Expeditionen sowie in Form von Arzneimittelspenden für die Sanitäts- und die Veterinärstation. A.B.I.S. kann diese Arbeit nur fortsetzen oder -was dringend nötig wäre- weiter ausbauen, wenn Freunde in Europa und in aller Welt sie durch aktives Mittun oder durch Geld- und Sachspenden unterstützen. Der Mitgliedsbeitrag für den Förderkreis ist € 60 beim Eintritt und mindestens € 25 in den Folgejahren.

Der Text stammt von Herrn Dr. Werner Roeder; die Bilder wurden mir freundlicherweise von A.B.I.S. zur Verfügung gestellt.
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