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Der zur Gruppe der orientalischen Windhunde zählende Azawakh ist geographisch der am weitesten südlich lebende Vertreter dieser Rassen. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Teile der afrikanischen Sahelstaaten Mali, Niger und Burkina Faso und zwar im Bereich des mittleren Nigerbeckens. Er ist dort der Hund der Nomaden, unter anderem der Tuareg, wird aber auch von sesshaften Bevölkerungsgruppen gehalten. Er wird für die Hetzjagd eingesetzt und bewacht Nomadenlager, Vieherden und Dörfer. Dieser 60 –74 cm grosse und durch seine sehr langen Beine und den kurzen festen Rücken hochrechteckig anmutende Windhund ist besonders feingliedrig und edel mit einer sehr dünnen Haut und extrem kurzem Fell.
Der FCI Standard gestattet Fellfärbungen von Sandfarben bis Rotbraun in allen Farbnuancen, die mit und ohne schwarze Stromung vorkommen. In der Usprungsregion kommen jedoch noch einige andere Fellzeichnungen, wie gescheckte Hunde oder solche mit Grizzlezeichnung vor. Obligatorisch sind weisse Abzeichen an allen vier Läufen, der Schwanzspitze und der Brust, die in ihrer Ausdehnung stark variieren können. Auch weisse Blessen sind nicht allzu selten.
Die meisten Exemplare dieser mit einem ursprünglichen reichen Instinktrepertoire ausgestatteten Rasse sind recht territorial und sehr wachsam veranlagt, dabei meist von grosser Sensibilit und voller Zurückhaltung gegenüber allem, was unbekannt für sie ist. Darunter darf man sich jedoch keine panisch agressive Reaktion vorstellen, sondern eine instinktive Vorsicht vor eventuell unabwägbaren Gefahren, eine Verhaltensweise, die in seiner Heimat sicherlich oft lebenserhaltend ist.

Ein Azawakhwelpe muß daher bereits beim Züchter und daran anschließend vom Besitzer mit großer Sorgfalt sozialisiert und mit den unterschiedlichsten Umweltreizen konfrontiert werden, damit für ihn und seine Menschen das Leben in unserer modernen Zivilisation zufriedenstellend verläuft.
Diese überaus intelligenten Hunde, die im Haus in der Regel recht ruhig sind, benötigen jedoch viel Anregung und Beschäftigung, da sie sich sonst schnell langweilen. Azawakhs haben neben einem unterschiedlich stark ausgeprägten Hetztrieb ein sehr großes Laufbedürfnis, das beim Training auf der Rennbahn, jedoch auch durch täglichen kontrollierten Freilauf oder dem Laufen am Rad befriedigt werden kann.
Sie haben eine sehr enge, um nicht zu sagen innige Beziehung zu ihrem Besitzer, bzw. ihrer Familie und können bei entsprechender Sozialisation sowohl mit Kindern leben als auch mit Hunden anderer Rassen und anderen Haustieren gehalten werden. Menschen, die auf einhundertprozentige Unterordnung und absoluten Gehorsam Wert legen, werden mit einem Azawakh nicht glücklich werden. Auch rauen Umgangston und inkonsequente Behandlung verträgt diese Rasse nicht.
Der Azawakh ist ein Hund für Individualisten, die sich an der usprünglichen wachen Intelligenz, der Feinfühligkeit und der Unabhängigkeit dieses Windhundes erfreuen können und ihm täglich die Möglichkeit zu ausreichender Bewegung und sozialen Kontakten zu Artgenossen bieten. Für diese Hundebesitzer wird das Leben mit einem zufriedenen ausgeglichenen Azawakh sicherlich eine Bereicherung sein.
Für den Schutz und die Förderung dieser reinrassigen Nomadenhunde setzt sich sehr erfolgreich die internationale Vereinigung A.B.I.S. ein.

Der Text stammt von Fr. Dr. Gabriele Meissen (Tombouktous Azawakhs); die Bilder wurden mir freundlicherweise von A.B.I.S. zur Verfügung gestellt.
Zum Wohle der Rasse Azawakh hat sich ein Arbeitskreis gebildet, der sich für eine vernünftige Reform des FCI-Standards einsetzt. Hierzu ist die mehrheitliche Meinungs- und Willensbildung unter den in den deutschen und ausländischen Windhundverbänden organisierten Azawakhzüchtern und –haltern Voraussetzung. Mit diesem Ziel soll die Website wwww.arbeitskreis-azawakh.com Argumente, Sachdarstellungen und Forschungsergebnisse für alle zugänglich machen.
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